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RisikoBRIEFing 3/2018

 

Sinn und Sinnlichkeit…

 

…klingt nach Jane Austen, ist aber streng postindustriell: eine neue Art erfolgsorientierter Wirtschaft und also kein bisschen auf versunkene Lesestunden auf dem Sofa ausgerichtet. Mir geht es um ein neues Selbstverständnis der sogenannten „digitalen Klasse“.

Darunter verstehen Theoretiker wie Andreas Reckwitz die jungen Kreativen, die Arbeit und damit zugleich eine bestimmte Art von Kultur in den Startups suchen und zumeist auch finden. Diese Gruppe ist weder naiv noch auf Heldentum ausgerichtet, es handelt sich auch nicht um eine neue Form von Gutmenschen. Ganz im Gegenteil: In größter Nüchternheit wird auf Algorithmen für skalierbare Produkte und Prozesse geachtet, werden Strukturen und Abläufe vereinheitlicht, werden Illusionen über Zielgruppen ad acta gelegt.

Die Motivation dieser digitalen Klasse liegt im Hier und Jetzt; sie lässt sich nicht von weit entfernten Zielen mobilisieren, die einzelnen sind zumeist in sicheren Verhältnissen aufgewachsen, ohne materielle Not. Kein Wunder, dass sie sich vor allem für eines interessieren: Für eine gelingende Gegenwart.

Dass es den nachfolgenden Generationen einmal besser gehen soll, ist längst keine Option mehr. Damit wird das große politische Projekt der Moderne, der Fortschritt, mehr oder weniger klammheimlich abgesetzt. Es geht für diesen neuen Mittelstand keineswegs um vage Versprechen auf eine erfolgreiche Zukunft, um morgens motiviert zur Arbeit zu erscheinen. Überraschung: Hier wird eine lebendige Kultur zur Selbstverwirklichung erforderlich, bei der Sinn und Sinnlichkeit eine starke Rolle übernehmen.

Denn statt an alter Arbeitsmoral oder bekanntem Kadavergehorsam (den wir bis heute in den Konzernen der Welt finden) wird diese Kultur spürbar am Bedürfnis nach Authentizität und reflektierter Verantwortung. Digitale Arbeitskultur wird erzeugt durch alltägliche Begeisterung für Spiel und Geschichten und einem leichten Lebensgefühl. 

Was können die, die in anderen Verhältnissen aufgewachsen sind, dieser Kultur geben oder von ihr lernen? Sie können sich mitreißen lassen, können bei Spiel und Leichtigkeit mitmischen und ihre Erfahrungen einbringen. Das macht zuversichtlich und gibt den Jungen Lebensperspektive.

Gemeinsam erleben wir vor allem den Entwicklungsprozess der Jahreszeiten: Es wird Frühling werden! Lassen wir uns von natürlichem Aufbruch inspirieren und genießen den kraftvollen Wandel!

Ihre

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DIE WEITERBILDUNG FÜR FÜHRUNGSKRÄFTE:
Bausteine für den eigenen Entwicklungsprozess

Die im letzten Newsletter vorgestellte Weiterbildung für erfahrene Führungskräfte wurde unter tätiger Mitwirkung von Interessent*innen konstruktiv und mit Power weiterentwickelt. Aus „Business Coaching für Führungskräfte“ entstanden die „Bausteine für Leadership“ mit dem Fokus auf sozialer Kompetenz und face-to-face-Kommunikation - genau dem also, was neben einer klaren Haltung und dem erforderlichen Vertrauen in die eigene Person wirksam werden kann, wenn es um Führung geht.

Die ersten drei dieser Bausteine betreffen Executives, die für ihre Führung heute ohne eine coachende Haltung nicht mehr auskommen. Entsprechend der Titel: „Wie Executives managen – Coaching als Instrument der Führung“. Die einzelnen Bausteine umfassen für „Coaching“ 6 Tage, „Leading Self“ 8 Tage und „Leading Others“ 6 Tage; sie sind separat zu buchen. Wir beginnen am 25. April 2018 in Berlin.

Dazugekommen sind zwei weitere Angebote: Erstens das Stakeholder-Management und zweitens die Führungsarbeit der Aufsichtsrät*innen. Für letztere gibt es reichlich juristische und wirtschaftliche Weiterbildungen. Aber welche Interaktionen sind für die Aufgabe der Aufsicht erforderlich und angemessen? Beide starten in 2019, ich freue mich über Anregungen und Rückmeldungen für die Prototypen!

Mehr Informationen finden Sie auf der Website unter  http://www.witzer.de/weiterbildung-business-coach/

Für Rückfragen stehe ich gern zur Verfügung.