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RisikoBRIEFing 7/2017

 

Widersprüche …

… sind es, die mich in Atem und zugleich in Bewegung halten. Immer wieder erlebe ich, wie ich hin- und hergerissen bin genau in den Bereichen, die meine Entwicklung, mein Lernen am stärksten treiben.

Ein starker Widerspruch liegt in meinem Hang zu schnellen Autos und meinem gleichzeitig deutlichen Wunsch, an der Klimakatastrophe doch wenigstens nicht aktiv mitzuwirken. Was tun? Im Moment siegt das Klima, ich verzichte auf einen eigenen Wagen und hangele mich so durch den Großstadtdschungel. Komfort sieht anders aus – und die Leidenschaft für PS ist auch nur geparkt.

Die größte Herausforderung besteht für mich in diesem Widerspruch zwischen Festhalten und Loslassen. Aber im Gegensatz zu den meisten Menschen um mich herum lasse ich am allerliebsten in Leichtigkeit los. Doch was, wie und wo halte ich fest? Es gelingt mir nur schwer, das für mein Leben Nötige zu sichern. Gelobt werde ich unentwegt für mein Loslassen.

Diese Widersprüche hören sich zunächst einmal harmlos an, erhöhen aber beim nächstbesten Anlass die Komplexität meines Alltags ungemein: Wenn ich viel in Berlin mit einem Car2go unterwegs bin, riskiere ich dann die Existenz der Taxifahrer? Was ist mit den Arbeitsplätzen in der Autoindustrie? Immer wieder lande ich bei der Frage: Was will ich festhalten?

Widersprüche sind es, die unsere Entscheidungen so kompliziert machen und uns oft unzufrieden zurücklassen. Mehr Frieden könnte uns der Rückbezug auf unsere Wünsche bringen. Gönnen wir uns die Zeit, diesen nachzuspüren! Investieren Sie in Dialog und Reflexion – das wünscht sich  

Ihre

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 Was hat die Wirklichkeit nur an sich, dass wir sie fürchten?
 „HINGUCKEN IST WIE WEGGUCKEN, NUR KRASSER.“

Als ich neulich auf einer Litfaß-Säule hier in Berlin diesen Spruch las, musste ich lachen. Ja, genau: Hingucken ist ziemlich krass – weggucken ist dagegen völlig langweilig und uninteressant. Zuhause googelte ich, woher der Text kam und fand die Firma „Visual Statements“, die aus Freiburg heraus die Republik offenbar mit ähnlich betexteten T-Shirts, Tassen und Fußmatten versorgt.

Kein Wunder also, dass die meisten Sprüche nicht dieses Kaliber haben. Besonders gefallen hat mir: „Machen ist wie wollen, nur krasser.“ Genau! Bei aller Freude über die knalligen Texte bleibe ich bei meiner Ausgangsfrage: Was ist so schwierig an der Wirklichkeit, dass wir gerade auf sie gut verzichten könnten? Wie krass sind die Alternativen?

Varianten, die Ihnen gut tun können, finden Sie auf meiner Website unter Haltung. Viel Vergnügen!