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RisikoBRIEFing 1/2017


Verantwortung...

 

…und Erfolgsstreben werden zwar oft gemeinschaftlich im Munde geführt, aber wer zahlt in Wirtschafts-Deutschland dafür den Preis? Ich höre das allgemeine Reden wohl, sehe aber verantwortliches Handeln nicht auf allen Ebenen.

So haben wir es einerseits vermehrt mit selbstbewussten Machern zu tun: Vorgesetzte scheinen mit ihren Mitarbeitern umgehen zu können wie sie wollen. Da erklärt der eine, er führe „auf Kante“, der andere nennt es, „einen rauen Wind“ verbreiten. Immer ist gemeint, dass Kennzahlen den Unternehmensalltag dominieren, Zusagen nichts bedeuten und Vertrauen zu den Mitarbeitern sich nicht entwickelt.

Das bedeutet auch, die mittlere Führungsebene gerät in die Verantwortung ihrer Vorgesetzten: Es geht darum, Zielvorgaben inhaltlich so zu füllen, dass die eigenen Mitarbeiter motiviert bleiben und die Sinnfrage nicht täglich neu diskutiert werden muss; eigentlich wäre das „Chefsache“. Überforderung und Verunsicherung aber führen gerade nicht zur Verwirklichung von Leistungspotenzialen.

Was könnte ein passendes „Biotop“ für qualifizierte Mitarbeiter und Führungskräfte sein? Einen Wunsch für das neue Jahr habe ich hier: Mehr bewusste Zusammenarbeit von Verstand und Gefühl im Unternehmen! Ganz praktisch also, wenigstens genau so viel Zutrauen in Menschen wie in Zahlen.

Für Wege dahin stehe ich in bewährter Weise auch in 2017 - mit stetig wachsendem Erfahrungswissen.

Mit besten Grüßen

Ihre

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JAHRESENDBOTSCHAFT: DON’T CRY...
Warum Sie diese Postkarte in Sichtweite aufheben sollten.

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Mit ihr endete für mich das Jahr 2016 und beginnt zugleich das Jahr 2017. Die Idee fand ich in der Sammlung von EDIT, Papier für neue Texte, in Leipzig und sie passte einwandfrei zu meinen Erfahrungen mit der „Fleißlüge“: Wie viele meiner Gesprächspartnerinnen und –partner waren immer wieder damit befasst, viel zu arbeiten – ohne Strategie, ohne klares Ziel, aber auch, ohne ihr Tun zu genießen!

Statt Fleiß empfehle ich die Kombination aus Disziplin und Verbindlichkeit. Wer diszipliniert an einer Sache dranbleibt und sich verbindlich auf ein Ziel einlässt, der wird den direkten Weg wählen. Ganz anders etwa als es meine Mutter tat, die jeden Donnerstag – solange ich denken konnte – die Küche putzte. Gleichgültig wie sauber oder schmutzig, es wurde an jedem Donnerstag ein Pensum von etwa 6-8 Stunden in diese Tätigkeit investiert.

Wir professionellen hauptberuflich Arbeitende halten es mit der Arbeit im Haushalt gänzlich anders: Hier sind wir auf schnelles und erfolgreiches Handeln ausgerichtet. Warum dann eigentlich nicht im Job? Weshalb bleiben wir an dem ungeliebten, anstrengenden und schwierigen Auftrag lange dran statt ihn schnell und wirkungsvoll abzuschließen?

Manchmal ist es einfach besser, das eigene Elend zu spüren, statt darüber hinwegzuarbeiten – besser, weil wirkungsvoll, frei nach der Devise: "Was ist, darf sein - was sein darf, kann sich ändern." Wer aufhört mich dem "Durchhalten" und beginnt, die Realität wahrzunehmen, gewinnt in der gleichen Sekunde an Lebendigkeit.

Was dann tun mit der ungeliebten Aufgabe? Jetzt erhält Disziplin eine Chance.

Lesen Sie mehr: Die Fleißlüge

(Für alle, die nicht an ein Leben ohne Fleiß glauben, aber etwas ändern wollen, empfehle ich ein Executive Coaching.)