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RisikoBRIEFing 6/2016


Querdenker...

 

…bringen Konzerne nach vorne, die Stromlinienförmigen halten Konzerne am Laufen; so jedenfalls habe ich es zu Beginn meiner Konzernkarriere gelernt.  Entsprechend folgerichtig erschien es mir, als das ManagerMagazin zu meinem Ausstieg bei Bertelsmann einen Artikel in der  Rubrik „Querköpfe“ veröffentlichte. Eine schöne Ehre, aber kein Ersatz für Sinn und Anerkennung im Alltag.

Wenn Konzerne immer stärker auf Vermeidung jeden Risikos setzen, schwinden damit Chancen für Veränderung. Hier könnten Querdenker ins Spiel kommen, wenn sie denn im Unternehmen noch vorkommen. Überraschenderweise können nach meiner Erfahrung auch Jasager erfolgreich innovieren: Das sind die, die Erfahrungen und eigenes Verständnis ihres Arbeitsfeldes durch ein uneingeschränktes Ja zu ihren Themen vorantreiben und damit sich, ihre Teams und sogar ihre Vorgesetzten zu Spitzenleistungen befähigen.

„Ja“ muss nicht Überanpassung bedeuten, im Gegenteil: Es kann auch heißen, im Strom der Masse ein klares Ziel zu verfolgen und sich mit dieser Energie zu verbinden. Auch das Querdenken lässt sich hinterfragen: Es muss nicht partout konstruktive Veränderung bedeuten, sondern kann auch als cleveres Marketing-Etikett auf super angepasstem Verhalten stehen. Oder den anstrengenden Kollegen beschreiben, der stets verneint und jedes Nein für einen persönlichen Erfolg nimmt.

Ob Querkopf oder Jasager, wie auch immer Sie von sich selbst denken: Wenn Sie diesen Newsletter lesen, haben Sie sicher mit Veränderung und Innovation zu tun – auch im kommenden Jahr. Behalten Sie Offenheit und Empathie, genießen Sie die Feiertage und den Jahreswechsel, atmen Sie durch und bleiben Sie mir gewogen!

Mit besten Grüßen

Ihre

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STATT PEITSCHE:

Professionalität als Übernahme von Verantwortung


Professionalität ist ein Lieblingsschlagwort sowohl in der Wirtschaft als auch in den Künsten. Was aber heißt das das? Steht professionell für jemanden, der seine Profession beherrscht und/oder damit Geld verdient?

Für mich bedeutet professionell, wenn jemand Verantwortung übernimmt für sein Handeln gegenüber Dingen und Menschen. Ein übliches Szenario: Man ist mit seinen Themen gerade landunter, vergräbt sich, isoliert sich – ganz fokussiert auf seine Priorität – und ignoriert dabei das versprochene Telefonat mit dem Kollegen, die nötige Absprache mit dem Partner, das an sich erforderliche Mittagessen. Nichts ist so wichtig wie das aktuelle Thema. Das führt zu lautem Knirschen im jeweiligen Beziehungsgefüge. Statt rechtzeitiger Absagen und einem sortierten Vorgehen erleben wir lautes Schweigen oder jammervolles Thematisieren der eigenen Überlastung.

Manchmal erwischen wir uns selbst bei diesem Verhalten. Wo bloß bleiben Klarheit und der Durchblick für Ziele? Wieder einmal haben wir nicht für uns gesorgt, uns selbst ausgebeutet, andere hängen lassen. Es mangelte an der ruhigen Professionalität, die vorab hätte sicherstellen können, den eigenen Einsatz abzuschätzen und gute Beziehung zu pflegen. Was solche Aktionen riskant macht, sind  Schuldzuweisungen und das unangenehme Hängenbleiben in der Täter-Opfer-Dynamik. Es fehlt an Verantwortung und kann zu Netzwerken führen, die nicht belastbar sind.

Überraschend für viele kommt es alljährlich immer wieder zu Weihnachten – ist es schon wieder soweit? Wer so denkt, der ist anfällig für hastige Spontankäufe, hektisches Geldausgeben, wenig Besinnung. Also, Achtung: Am Horizont tauchen schon wieder lichtergeschmückte Tannenbäume auf. Übernehmen wir Verantwortung - genießen wir die Zeit!

Lesen Sie mehr: Die Diktatur der Dummen 

(Für alle anderen: Die nötige Selbstreflexion liefert Ihnen jederzeit ein Executive Coaching!)