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RisikoBRIEFing 5/2016


Prozessorientierung...

 

… statt Rezepte – das kennzeichnet die High-End-Version eines intensiven Dialogs. Wenn dann dazu Elemente treten, die dem Gegenüber sehr klar, bisweilen hart, immer aber wertschätzend neue Türen öffnen, dann wird Perspektivwechsel erleichtert und verschiedene Wirklichkeiten können sichtbar werden.

Deshalb schätzen viele von uns Coaching. Coaching ermöglicht zugleich den verlässlichen alchemistischen Prozess, durch Reflexion und innere Verarbeitung eine ebenso kostbare wie solide Substanz zu erzeugen: Erfahrungswissen. Eine andere Evidenz als Erfahrungswissen gibt es nicht. Wer über die Jahre viel erlebt, aber nicht viel reflektiert, kann mit fortschreitendem Erwerbsleben kaum noch Chancen von Risiken unterscheiden: Es ist schon zu viel gut und zu viel schief gegangen – ohne dass jeweils klar wäre, warum.

Erfahrung ist gerade eben nicht die Summe von Erlebnissen! Gestalten Sie Ihr Selbst und rüsten Sie Ihre Entscheidungsmöglichkeiten auf, machen Sie aus den losen Fäden Ihrer Erlebnisse ein Gewebe, das farbig und vielfältig zum Gesamtbild Ihres Lebens wird.

Mit den besten Grüßen für Herbst und Winter!

Ihre

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Thema dieser Ausgabe

WAS „ES GUT MEINEN“ IM UNTERNEHMEN BEDEUTET.
So leicht kann man freundlich abrutschen…

 

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WAS „ES GUT MEINEN“ IM UNTERNEHMEN BEDEUTET.
So leicht kann man freundlich abrutschen…

 

Der frischgebackene COO geht in seine erste Board-Sitzung – es ist alles noch unvertraut, neu, aufregend und beeindruckend. Als er zwei Stunden später den Raum wieder verlässt, schüttelt er sich zwei-, dreimal: So hatte er sich das nicht vorgestellt, ein Hauen und Stechen und das alles mit weißem Hemd, offenem Kragen und makellosem Benehmen!

Er handelte sofort und organisierte sich eine Transition-Begleitung für die ersten 100 Tage im Board. Wir analysierten kurz darauf diese denkwürdige Sitzung und seinen Eindruck, der ihm die Freude an weiteren Sitzungen verhagelt hatte. Im Ergebnis wurde deutlich: Er war davon ausgegangen, im Kreis der Vorstände willkommen zu sein und als Neuling einen gewissen „Welpenschutz“ zu genießen. Erstmal reinhören, sich integrieren, zurechtfinden – aber weit gefehlt.

Er hatte nicht damit gerechnet, dass er mit konkreten Aussagen über seine Veränderungsideen, für seine Ziele und die vom Vorgänger abweichenden Ansätze  schon in dieser ersten Runde hätte aufschlagen müssen. Stattdessen war er dem guten Glauben erlegen, sich diesem Gremium der Mächtigen zunächst freundlich anzunähern – was bei der Gegenseite aber ganz anders ankam.

Mein Fazit? „Es gut meinen“ ist ein Muster aus privaten Zusammenhängen, aus Familie und Haushalt: Hier ist das Ergebnis nicht so wichtig, der gute Wille zählt. Im Boardroom kann der gute Wille sogar hinderlich dabei sein, Macht  wahrzunehmen und auszuüben.

Lesen Sie mehr: Was liefern 100-Tage-Coachings? http://www.witzer.de/100-tage/ 

(Für alle anderen: Erste Hilfe bietet immer Risikointelligenz!)