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RisikoBRIEFing 3/2015


Fleißig sein...

…dominiert unsere Gesellschaft - beim genaueren Hinsehen ist leicht zu erkennen: Wir lernen, machen, tun und all das auf Teufel komm raus. Was treibt uns bloß dazu, unsere Leben nach Zertifikaten, Abschlüssen und Jodeldiplomen auszurichten – anstatt unsere individuellen Möglichkeiten genauer in den Blick zu nehmen?

Ähnliches gilt für Machbarkeit. Wir sind oft ganz technikbegeistert von jedem neuen Produkt angefixt und lassen uns durch Impulse „von außen“ bewegen - vielfach weit von unseren Bedürfnissen weg. Bedarfe bauen sich auf, mit ansprechenden Bildern, etwa für elegante Drohnen. Die erleichtern Amazon die Lieferung auf die Halligen sehr. Aber brauchen wir das? Sicher nicht. Noch wichtiger ist für mich die Frage: Wer definiert eigentlich, wohin diese Entwicklungen gehen und wem sie nutzen?

Meist nutzen sie dem wirtschaftlichen Wachstum und dem Erfolg einzelner Unternehmen. Aber dienen sie Ihnen, uns, mir? Und weiter gefragt: Was ist ihre gesellschaftliche Relevanz? Mein innerer Zustand erfordert niemals Drohnen. Hier geht es um Bedarfe, um Absätze, aber keineswegs um irgendein Bedürfnis. Technische Entwicklungen wachsen und gedeihen ungezügelt, weil sie sehr charmant und eben machbar sind.

Machbarkeit und Fleiß haben mit Qualität so viel zu tun wie Kalenderdaten mit einem qualitativ ansprechenden Sommer. Genießen Sie, was Ihnen gut tut. Das geht nur ohne Fleiß. Und ist wiederum sicher möglich, wenn auch gerade nicht: technisch machbar.

Mit den besten Grüßen

Ihre

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Themen

1.
DIE MACHT AM HERD:
Wie die Glasdecke für Männer aussieht

2.
MACHT FREUDE:
Sommer auf dem Kudamm

3.
DIE MACHT DER GRENZEN:
Mit Risikointelligenz wach bleiben

 

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DIE MACHT AM HERD:
Wie die Glasdecke für Männer aussieht

Frauen haben Ende der 1980er Jahre die Glasdecke als Metapher für sich „entdeckt“. Diese beschreibt als Bild den hinlänglich bekannten Zustand: Die Männer sitzen oberhalb der Glasdecke und teilen sich die Macht, die Frauen schauen von unten durch, bekommen aber keinen Zugang. Eine solche Glasdecke herrscht auch da, wo die Frauen (noch) das Sagen haben – nämlich in den Bereichen Mode, Gesundheit, Ernährung und Kinder.

Beobachten Sie einmal in einem beliebigen Einkaufscenter einen jungen Vater, der Babynahrung und Kleidung für ein Kleinstkind kauft. Binnen kurzem wird ihn eine Frau fragen, ob er Hilfe braucht. Selbst an der Kasse wird er sich rechtfertigen müssen für seine Wahl.

Männer und Kinderkleidung, das ist das lebendige Pendant zu Herrn Cromme, der Managerinnen vor nicht allzu langer Zeit zurief: „Eine Aufsichtsratssitzung ist kein Kaffeeklatsch, meine Damen!“ Genau. Und die Kassiererin mag ähnliches denken: „Ein Baby ist kein Prestige-Projekt, mein Herr!“ Eben.

Logische Folge: die Glasdecke sicherte traditionell-patriarchal für beide Geschlechter die gegenseitigen Abhängigkeiten. Während „er“ zur Arbeit ging und dort mächtig wurde, hatte „sie“ die Macht am Herd und zugleich die Definitionsmacht darüber, was das Kind braucht, will, benötigt.  

Mehr davon in meinem Buch „Die Fleißlüge“, das im September auf den Markt kommt. Erste Infos hier: http://www.randomhouse.de/Paperback/Die-Fleissluege-Warum-Frauen-im-Hamsterrad-landen-und-Maenner-im-Vorstand/Brigitte-Witzer/e473547.rhd

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MACHT FREUDE:
Sommer auf dem Kudamm


Auch in diesem Jahr gibt es wieder Neuerungen bei mir und meinem Angebot: Sie zielen dieses Mal auf die bestmögliche Umgebung, auf einen neuen guten Ort für Coachings und intensive Dialoge sowie effiziente Organisation. War bislang die Mommsenstr. 26 in Charlottenburg der „Ankerplatz“, zieht es mich jetzt auf den Kudamm 194.

Hier befindet sich das Cumberlandhaus, mit dem ansprechenden Restaurant GROSZ im Erdgeschoss und mit Office-Flächen im 5. Stock. Genau hier erprobe ich in den Sommermonaten Juli und August das Kaminzimmer, aber auch Bibliothek und Dachterrasse. Den Ort „hostet“ Satellite, die in Berlin außerdem an der Adresse Unter den Linden 10, aber auch in München und Hamburg ansprechende Räume haben.

Wenn Sie in diesem Sommer ein Coaching mit mir in Berlin oder in Bonn verabreden, dann erproben Sie dazu den elektronischen Terminplaner. Sie finden ihn auf meiner Website hier: www.witzer.de/coaching-termin 

 

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DIE MACHT DER GRENZEN:
Mit Risikointelligenz wach bleiben!

 

Risikointelligenz ist auch in diesem Sommer wieder mein stärkstes Thema im Management; es gibt mehrere englische Vorträge, darunter einer zum Thema „exploring new frontiers“ – Grenzen sondieren, auskundschaften, erforschen. Das lässt sich tatsächlich ausgezeichnet mit Risikointelligenz bewerkstelligen.

Grenzen geben Sicherheit; sie definieren Komfortzonen und erlauben es uns, leicht und routiniert innerhalb dieser Grenzen zu handeln. Und umso schwieriger ist es, sie in Frage zu stellen und dadurch über sie hinauszuwachsen. Wer wachsen, sich entwickeln will, der muss bereit sein, Neuland zu betreten. Oft genug aber geht es auch darum, bestehende Grenzen zu sichern und mit geeigneten Maßnahmen gefühlten oder tatsächlichen Bedrohungen zu begegnen.

Hier hilft es immer, Gefahren von Risiken unterscheiden zu können. Wir wissen schließlich alle, dass bei Gefahr unser Reptiliengehirn anschlägt: Wir reagieren einfach und haben keine Wahl. Wenn wir aber genau hinsehen und erkennen, dass es sich gar nicht um eine Gefahr handelt, sondern nur um Risiken, dann wird es vielleicht aufregend. Aber eben nicht gefährlich.

Risiken dagegen öffnen Handlungsräume, liefern uns neue Optionen. Wir schätzen das Risiko nach ganz eigenen Erfahrungen. Sie sind meist hilfreicher als unser Verstand, weil der im Zweifelsfalle rationale Lösungen für „jedermann“ aus dem Hut zaubert, wohingegen unsere Erfahrungen absolut spezifisch auf uns selbst basieren.

Falls Sie mehr darüber wissen wollen, sende ich Ihnen gerne mein Buch  „Risikointelligenz“ zu. Mehr zum Buch: http://www.witzer.de/wissen/autorin/#chapter2

 

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