Frauenkarrieren - Frauen ganz oben

Realität in Konzernen: Die Frauen, die derzeit erfolgreich sind, z.B. als Vorständin, überzeugen ihre Vorgesetzten oft mit einem Lebensmodell, das die Rollen wechselt: Sie haben zuhause einen Mann, der die Familienarbeit übernimmt und ihnen den Rücken frei hält. Das ist sicher eine Option für den Übergang. Aber gesamtgesellschaftlich stellt sich die Frage: Kann es das gewesen sein?

Aus meinen eigenen Erfahrungen als Führungskraft und aus der Arbeit mit Vorgesetzten, aber auch Frauen in Unternehmen seit 1998 habe ich ein Konzept entwickelt, um Frauen in ihre Kraft zu bringen. Es geht nicht um Ratschläge und Rezepte, sondern um die Entwicklung eigener Klarheit. Und: Es hilft gegen die typischen Effekte der „Frauen-Verhinderung“:

Glasdecke (Glass Ceiling)
Ein US-Begriff aus den 1980ern, der besagt: “Hochqualifizierte Frauen bleiben beim Aufstieg auf der Ebene des mittleren Managements hängen und kommen, trotz gleicher Leistungen wie bevorzugte männliche Kollegen, nicht in die Führungsetagen.“

Stärkere Förderung von Männern durch Männer = Männerquote 100%
Wir müssen begreifen, dass nicht die Frauenquote das Problem ist, sondern die Durchquotierung der Top-Gremien mit 100% Männern.

Stillschweigende Annahme von Familienpausen
Frauen wird immer noch – ohne jede Klärung oder Absprache – unterstellt, dass sie per se Familienpausen machen. Gleichzeitig wird oft folgender Biologismus unterstellt: Wenn Frauen erstmal Mütter sind, dann wollen sie auch bei den Kindern sein. Weit gefehlt: Wir sind gerade nicht mehr abhängig von biologischen “Natur”-Konzepten, sondern definieren uns viel mehr über Kultur.

Gender Trouble
Wettbewerb zwischen den Geschlechtern, wobei vor allem Frauen die Verhaltensweisen der Männer übernehmen

Fleiß als überholtes Konzept für weiblichen Erfolg
Oft genug wollen Frauen im Beruf mit den gleichen Tugenden erfolgreich sein wie schon ihre Mütter und Großmütter. Die Spielregeln der Wirtschaft aber sind oft genug unbekannt und gerade nicht thematisiert. Wer würde Monopoly schon mit Halma-Regeln spielen?


Was sind die Lösungsstrategien?
Es geht für die meisten Frauen zunächst um eine andere Haltung, aber auch ganz konkret darum,

  • die Realität von Vorurteilen anzuerkennen
  • sich auf Probleme einzustellen, wenn man nach Elternzeiten zurückkommt auf den Karriereweg
  • Gratwanderungen zwischen „too bossy“ und „too weak“ zu meistern
  • nüchtern die Regeln des Erfolgs zu erkennen
  • einen „Verschnitt“ zwischen kooperativer Führung und „klaren Ansagen“ herzustellen
  • Und: Ein erfolgreicher Mentor – gleich welchen Geschlechts – hilft immer!

Coaching für Frauen auf dem Karriereweg lässt sicht gut mit einem Workshop-Auftakt beginnen und dann mit regelmäßigen Reviews bzw. Reflexionstreffen fortsetzen.

Diesen Text als PDF abrufen: Frauen ganz oben 20150823_

Von der Prinzessin zur Königin

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Als hilfreiches Konzept erlebe ich die Analyse des eigenen Verhaltens von Frauen unter folgender Perspektive: Wo genau verhalte ich mich als Prinzessin, wo als Königin? In diesen Rollen steckt die soziale Kodierung von Jahrhunderten patriarchaler Herrschaft, ganz konkret gehören dazu für Prinzessinnen,

  • sich selbst als vereinzelt, als singulär wahrnehmen
  • keine Unterstützer oder Mitstreiterinnen haben
  • wo warte ich darauf, auserwählt zu werden?

Solches Verhalten kann jeder von uns passieren – unabhängig von Alter, Reife und Erfahrung, wenn es nicht reflektiert und bearbeitet wird. Das Gegenmodell, das mir für den Übergang hilfreich erscheint, ist die Rolle der Königin. Sie übernimmt die Verantwortung für ihr Leben:

  • Sie kümmert sich um ihre Sichtbarkeit,
  • professionalisiert ihr Familienleben und
  • trifft sich mit Königen auf Augenhöhe.

Wenn Frauen Wirtschaft nicht nur gestalten, sondern auch verändern wollen, dann heißt das auch, die eigenen Stärken entwickeln und sich nicht “einfach” nur anpassen. Leichter gesagt als getan, jedenfalls am Anfang. Im Laufe des eigenen Wegs wird aber auch der Lichtstreifen am Horizont breiter und nach der Königin folgt die Entwicklung einer differenzierten Identität, frei für die verantwortungsvolle Gestaltung der Welt – mein Traum: frei von Hierarchien, frei von Ausübung von Druck und Macht, frei für Kooperation, Klarheit und neue Optionen!

Zu dem Konzept “Von der Prinzessin zur Königin” gibt es bei Diplomero einen Selbsterfahrungskurs. Natürlich fließen diese Überlegungen auch in meine Einzelcoachings ein und können an dieser oder jener Stelle hilfreich sein.

https://www.diplomero.com/de/kurs/von-der-prinzessin-zur-koenigin-erfolg-wagen.html

 

Was Fleiß aus unseren Leben macht

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Warum Frauen im Hamsterrad landen und Männer im Vorstand

10 wesentliche Thesen des Buches “Die Fleißlüge”

Hat man schon jemals von einem fleißigen Mann auf einer Top-Position gehört? Kein Wunder also, dass Frauen in ihren traditionellen Rollen als „Prinzessin“ und „Superbiene“ grandios scheitern, weil sie genau darauf bauen: Fleiß.

1. Frauen wollen mit genau den gleichen Tugenden im Beruf erfolgreich sein wie schon ihre Mütter und Großmütter in Haus und Hof. Doch das Berufsleben ist ein Spiel mit eigenen Regeln, die oft genug unbekannt und nicht thematisiert sind.
2. Die traditionelle Frauenrolle kann nur mit Fleiß oder Schönheit erfolgreich gelebt werden. Beides lässt sich gut messen und gut zeigen.
3. Fleiß führt zügig zu Top-Abschlüssen und oft sehr schnell ins mittlere Management bis an die „Gläserne Decke“. Aber auch weiter?
4. Die Sicht der anderen Seite: Männer holen sich in der Elternzeit blaue Flecken an der gleichen „Gläsernen Decke“: „Kann der das?“
5. Fatal genug: Die „Gläserne Decke“ ist keine Erfindung der Arbeitswelt. Sie sichert viel mehr gegenseitige Abhängigkeiten und verhindert Augenhöhe zwischen Männern und Frauen in allen Lebensbereichen.
6. In der Wirtschaft gewinnt Strategie bzw. Macht ausnahmslos über Inhalte – Frauen kümmern sich eher um Inhalte, Männer um Strategie und Macht.
7. Die Folge: Männer wechseln leicht ihre Strategien und tauschen Inhalte aus – und mit ihnen die fleißigen Frauen, die diese liefern. Inhaltsgetriebene Frauen rächen sich mit der Abwertung strategischer Manager.
8. Privat wie öffentlich gilt: Frauen müssen hier und jetzt gut sein – Prinzessinnen-gleich -, für Prinzen reicht das Potential.
9. Frauen als „Prinzessinnen“ und „Superbienen“ üben neue Möglichkeiten als Heldin und gewinnen Augenhöhe als Königin. Erst in dieser Rolle begreifen sie das Gute am Macht-Spiel: Einflussnahme, Strategie, Politik – mit persönlicher Überzeugung, aber sicher nicht mit Fleiß.
10. Die Welt von Morgen ist auf diese Handlungsqualität angewiesen. Sie sollte gemeinsam von Männern und von Frauen gestaltet werden, die Hierarchie hinter sich lassen und zur eigenen Identität finden.

Als PDF: Thesen-Fleissluege_20151001