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RisikoBRIEFing 7/2018

 

Die Vereindeutigung der Welt

…heißt ein überzeugender Essay, in dem der Islamforscher Thomas Bauer eine Lanze für Ambiguität und Vieldeutigkeit auf allen Ebenen bricht. Eigentlich hätten wir es gern eindeutig, schwarz oder weiß, gut oder böse, richtig oder falsch, denn das Leben in Widersprüchen scheint kein Zuckerschlecken.

Das ist oft genug schwer aushaltbar und treibt möglicherweise große Teile der Bevölkerung hin zu Menschen, die einerseits erfolgreich sind und andererseits suggerieren, dass die Dinge des Alltags klar, einfach und nach dem Prinzip „wenn… dann“ steuerbar sind: Wenn ich mich richtig verhalte, dann wird das Richtige geschehen. Was für ein Irrtum in der Dynamik des Lebens, die sich um Kausalitäten nur begrenzt schert!

Das gilt gerade auch für die Arbeitswelt: Der Traum von Freiheit und die Rahmenbedingungen des Lebens zeigen immer wieder eine Diskrepanz, die rational nicht zu begründen ist. Der Job ist gut bezahlt, der Status stimmt, aber Entspannung und Freude im Alltag wollen sich nicht einstellen… Das Gefühl von Unter- bzw. Überforderung breitet sich aus und kann nicht dauerhaft ignoriert werden, doch von außen gesehen spricht alles dafür, die Stelle auf keinen Fall zu wechseln…  

Das Rationale und Vernünftige greift zu kurz und stillt unsere tiefgehenden Bedürfnisse nicht. Der Ackergaul unseres emotionalen Systems, der 24/7 unermüdlich für uns unterwegs ist, kommt dem Rennpferd unseres logischen Verstandes in solchen Fällen aus gutem Grund in die Quere. Immer dann scheint das Leben kompliziert, wo alte Wahrheiten nicht mehr greifen und Eindeutigkeit zum Wunschkonzept wird. Wir leben in Widersprüchen, die wir nicht als Vielfalt vorhandener Möglichkeiten wahrnehmen, sondern als Bedrohung.

Wie langweilig könnte es werden ohne sie, ohne Veränderungsbedarf, ohne Erneuerung! Wie kommt sonst das Salz in die Suppe unseres Alltags? Was treibt uns an für Entwicklung und Visionen? Was würden Kreativität und Inspiration mit unserer Power bewirken? Womöglich könnte sogar das passieren, was wir uns noch gar nicht vorzustellen wagen.

Für Abenteuer solcher Art stehe ich Ihnen hilfreich zur Seite. Auch gerade dann, wenn das Wetter sich als wenig unterstützend erweist.

Mit herzlichem Gruß

Ihre

Nachrichten aus dem „Popup-Atelier“:

Üblicherweise coache ich in Berlin in der Kaminlounge am Kudamm. Seitdem ich in der Mommsenstr. 26 ein Atelier habe, lerne ich die Atmosphäre von Kunst auch Coachings und Arbeit in kleinen Gruppen neu schätzen. Bitte sprechen Sie mich an, wenn das für Sie ein guter Rahmen sein könnte, wenn Sie neugierig sind oder aus allen Gründen, die für Sie passen. Ich freue mich darauf.

 

POETISCHE LADESTATION 2020
Workshop am 12.10.2018 im Atelier, Berlin

Was hatten wir für eine Freude! Wir, die Teilnehmer*innen an der ersten Ladestation mit Antonia Isabella Weisz am Freitag, den 13. Juli in meinen Räumen, waren einhellig entzückt – schließlich sind wir ohne großes Federlesen direkt bei uns selbst gelandet. In drei Stunden haben wir das erlebt, was mancher Achtsamkeitsworkshop an zwei Tagen kaum erreicht: Großes Kino mit einfachen Mitteln.

Jetzt zünden wir die nächste Stufe im Experiment: Am Freitag, den 12.10. gibt es einen vollen Tag. Mit dem Power-Thema der Gegenwart: Beziehungen. Zu sich selbst, zu anderen, zum eigenen Körper… Kreativität liefert die Zugänge, die Gruppe hält den Raum. Ich freue mich! Es gibt noch wenige freie Plätze, bitte lesen Sie gern hier weiter: Ladestation 2020.