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RisikoBRIEFing 8/2017

 

Transformation oder…

…wieder ein Change? Veränderungen in der Arbeitswelt sind uns allen zur Selbstverständlichkeit geworden. Als ich 1991 als Managerin bei Bertelsmann meinen ersten Change zu verantworten hatte, dachte ich noch: „Once in a life-time!“ Und bereitete mich mithilfe der Beratergruppe Neuwaldegg intensiv vor.

Heute weiß ich: Change ist Alltag. Wir verstehen mittlerweile unter Change die ständigen Veränderungen, die eigentlich langfristig und auf Dauer angelegt sein sollten. Change sorgt für die ständige Anpassung an die sich im Wandel befindlichen Umfeldbedingungen. Change ist Bewegung.

Transformation dagegen zielt auf die Tiefenstruktur des Unternehmens und folgt den Gefühlen der Führungskräfte. Statt der Fakten aus dem „Download“, die wir jederzeit jedem erzählen können, interessieren hier die Fragen: Wohin führt uns das? Was sind unsere Chancen? Und was sagt uns unsere Angst?

In Transformationsprozessen geht es also darum, Emotion bewusst zu erleben und auszudrücken. Das führt mich zur Anteilnahme an mir selbst, die ich Teil dieses Wirtschaftsgeschehens bin und in gleichem Maße um Anteilnahme mit denen, die das Spiel spielen. Empathie gehört also in doppeltem Sinne zu Transformationen: Sie ist einmal erforderlich für das passende Geschehen, zum andern für dessen Verarbeitung. So wird Wirtschaft menschenwürdig, quasi „artgerecht“.

Kommen Sie gut durch die letzten Wochen des Jahres und planen Sie für 2018 sich selbst mit Zeit für Reflexion, für Dialog, für Bewusstheit ein! So stärken Sie die  Empathie mit sich selbst und Ihre persönliche Weise eines menschenwürdigen Lebens. Ich freue mich auf Sie.

Ihre

 

Wenn man den Algorithmus aus dem Auge verliert:
WAS „LIKEN“ UND ANBIEDERN GEMEINSAM HABEN

„Liken“ im Sinne von „mögen“ war für mich früher eine nicht ganz so große Nähe zum anderen. Bekannte mochte ich, Freunde mochte ich mehr. Heute wird unsere Selbstdarstellung digital „gemocht“: Unser Foto auf Facebook, die Art und Weise, wie wir uns elektronisch präsentieren.

Das alles ist mit Aufwand und oft genug mit Show verbunden, kommt aber bei meinen Gefühlen gar nicht an. Früher gab es dafür das Wort „anbiedern“, was für mich unweigerlich zu Rückzug und zu Abstand führt. Am Ende bin ich eher verächtlich mit Menschen, die so wenig auf sich selbst halten und so viel tun für ihren Eindruck auf mich.

Wer beim „Liken“ Reichweite und Zielsetzung erkennt, kann sich von solchen Gefühlen frei machen. Manchmal gelingt mir das ganz gut. An Tagen aber, an denen mir vieles zu viel scheint, fehlt mir diese Bewusstheit. Dann spüre ich wieder die Gefahr, diejenigen, die da unbedarft und aus allen möglichen, auch guten Gründen „liken“, als naiv abzuwerten.

Dabei kann von Naivität gar nicht die Rede sein, ganz im Gegenteil! Systematisch „liken“ bedeutet, ein bestimmtes Wirtschaftsgeschehen zu unterstützen. Der Algorithmus sucht ein nüchternes Voting für seine Werbeeinnahmen, im Glorienschein der Gefühle. Es geht nur darum, das Spiel zu verstehen und in den Wirtschaftskreislauf einzuordnen.

Bleiben wir uns selbst bewusst! Wem das schwerfällt, dem tut vielleicht ein Coaching gut. Oft genug hilft es, etwas Inspirierendes oder etwas Geerdetes zu lesen. Im Zweifelsfalle etwas, dass uns wieder mehr zu uns selbst bringt. Ich empfehle Ihnen meine Website.