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RisikoBRIEFing 2/2015


"Mein wunderbarer Arbeitsplatz"...

 

…so heißt ein inspirierender Film, der bei arte läuft. Er dokumentiert anschaulich, alltagstauglich und unternehmenspraktisch, wie Destrukturierung realisiert werden kann. Destrukturierung steht für eine extrem wirkungsvolle strukturelle  Veränderung in Unternehmen: Sie schafft überflüssige Hierarchiestufen ab - Hierarchien, die bislang vornehmlich der Kontrolle von (erwachsenen!) Menschen dienten.

Das passt ausgezeichnet zur postheroischen Haltung, zum einen für den Unternehmer und das (auf wenige Personen reduzierte) Top-Management. Zum anderen fordert ein solcher Arbeitsplatz Menschen, die Verantwortung übernehmen. Das interessiert nicht jeden: Der Film berichtet von Mitarbeitern, die lieber weiter funktionieren wollen und von Führungskräften, die nicht  auf Macht und Rang verzichten mochten. Letztere sind für mich typisch heroische Manager.

Die Vorlage für diese Art von tiefgehendem Change liefert das Konzept „Freedom Inc.“ der Professoren Brian Carney und Isaac Getz, beide Lehrer an europäischen Business Schools. Sie nennen Unternehmen ohne mittleres Management „befreite Unternehmen“. Wer möchte dort nicht arbeiten?

Ich wünsche Ihnen anregende 85 Minuten mit dem Film. Und dann vor allem: Genießen Sie Ihr Leben an diesen vom Winter befreiten Tagen! 

Mit den besten Grüßen

Ihre

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Themen

 1.
MACHT HOFFNUNG:
„MEIN WUNDERBARER ARBEITSPLATZT“

2.
MACHT MÜRBE:
FLEISS IST GAR  KEINE LÖSUNG

3.
MACHT KAPUTT:
WENN  DER  KLÜGERE NACHGIBT

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MACHT  HOFFNUNG: „Mein wunderbarer Arbeitsplatz“
… und der Summit 7./8. Mai 2015 in Frankfurt: „Innovationskraft durch Demokratisierung und Partizipation“

Wer am 24.2.2015 auf Arte den Film „Mein wunderbarer Arbeitsplatz“ sah, war möglicherweise überrascht von den Erfahrungen, die Unternehmen machen, wenn sie auf Hierarchien verzichten. Davon gibt es mehr als man denkt, und das in Europa!

Meissonier, der Filmemacher, lässt im Film Wissenschaftler, Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen sowie Firmeninhaber zu Wort kommen, aber auch die Veränderer in großen Bürokratien, etwa in zwei Ministerien in Belgien. Wie das geht? Bei POULT, einer französischen Plätzchenfabrik, hat nach einem massiven Umsatzeinbruch eine Destrukturierung stattgefunden – ja, eben keine Restrukturierung. Kontroll-Ebenen wurden schlicht entfernt, nachdem zunächst die Mitarbeiter gefragt worden waren, wie ihre Arbeit besser erledigt werden könnte. Der Eigentümer? Ein Hedgefond.

http://www.arte.tv/guide/de/051637-000/mein-wunderbarer-arbeitsplatz

Der Film läuft erneut am 18. März 2015 bei Arte, allerdings schon um 8.55 h. Und sieben Tage danach noch bei Arte+7. Unbedingt herunterladen! Und dann ergänzen, mit den Inhalten des Summit am 7. und 8. Mai in Frankfurt: Er stellt Demokratie und Partizipation in den Mittelpunkt.

Seien Sie gespannt auf Themen, die bewusst im Mix der Geschlechter präsentiert und bearbeitet werden. Regina Mehler, kluge und engagierte Gründerin der Women Speaker Foundation sorgt einerseits für den erforderlichen Fokus in Sachen „Innovationskraft“, damit Themen sich neu öffnen, andererseits für Diskussion, Gespräch, Vernetzung in Breakout-Sessions und einem World Café. Lassen Sie sich im Mai inspirieren; ich bin als Rednerin ebenfalls dabei – vielleicht treffen wir uns dort? http://www.women-speaker-foundation.de/summit

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MACHT MÜRBE: FLEISS IST KEINE LÖSUNG!
Unheroisch ist nicht besser als heroisch, nur anders

Der Termin ist da! Mein neues Buch „Die Fleißlüge – warum Frauen im Hamsterrad landen und Männer im Vorstand“ wird ab 12.10.2015 lieferbar sein. Damit gehen jetzt viele Dinge in den Endspurt – darunter auch ich, die ich gerade mittendrin stecke in der redaktionellen Bearbeitung der letzten Manuskript-Fassung.

Dabei ist mir wieder einmal klar geworden, dass nicht die Frauen die besseren Menschen sind – so hört es sich ja manchmal an. Im Gegenteil, es geht in meinen Augen gerade um die Überwindung der Gegensätze, um ihre Integration. Sehr schön wird das am heroischen Management, eine typische Männer-Domäne und dem eher unheroischen Verhalten von Frauen im Unternehmen sichtbar: Während heroisches Management immer als normal hinnimmt, dass ein Manager zum Täter wird, akzeptiert eine unheroische Haltung bevorzugt den Opfer-Status.

Es geht bei „mehr Frauen in Entscheidungspositionen“ eben nicht um die Auflösung des heroischen Managements zugunsten einer unheroischen Haltung; nicht um „mehr Opfer, weniger Täter“. Es geht um eine wirklich Transformation. Die nenne ich  postheroisches Management und sie bedeutet: Die Überwindung der Gegensätze und Integration auf einer anderen Ebene – auf Augenhöhe. Das nenne ich postheroisch, und das ist zugleich die Übernahme der Verantwortung für das eigene Tun, mit allen Folgen.

Bis zum Erscheinen der „Fleißlüge“ haben Sie vielleicht Lust, die Grundlagen des postheroischen Managements kennenzulernen? Sie finden die Überwindung des Heroischen in meinem Buch „Die Zeit der Helden ist vorbei“. Das gibt es als E-Book für Kindle und Tablet, als Buch können Sie es noch direkt von mir beziehen.

Link auf mein Buch „Die Zeit der Helden ist vorbei“

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MACHT  KAPUTT: WENN  DER  KLÜGERE  NACHGIBT
Was erwartet  Sie am 24.3.15 in Bremen in der Glocke?

„Der Klügere gibt nach“ – damit beginnt mein Vortrag in Bremen. Was sich daraus ergibt und wie uns dieser Satz persönlich, aber auch gesamtgesellschaftlich ins falsche Fahrwasser lenkt und also richtig schadet, darauf fokussiere ich mich im ersten Teil des Vortrags.

Aus diesem vermeintlich vernünftigen Prinzip „der Klügere gibt nach“ entsteht zum Beispiel die Radfahrer-Haltung: nach oben buckeln, nach unten treten. Daraus entsteht ein Verhalten, das die meisten von uns an sich selbst nicht mögen: Dem Chef nicht sagen, wie widersprüchlich er handelt; dem Kollegen bei einsamen falschen Entscheidungen nicht dazwischen grätschen. Klar, keiner von uns steht morgens mit dem Wunsch auf, heute mal so richtig saftlos einzuknicken – aber wie oft geschieht das dennoch?

Der zweite Teil des Vortrags richtet den Blick auf den gesellschaftlichen Zusammenhang. Wenn diese Themen Ihre Themen sind, dann freue ich mich sehr darauf, sie am Dienstag, den 24. März 2015 abends in der Glocke zu treffen!

Ticket und weitere Informationen: tickets.weser-kurier.de

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